Ronaldo köpft Real ins Viertelfinale

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Showdown in der Stadt der Liebe! Nach der 1:3-Pleite im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League bittet Paris Saint-Germain das weiße Ballett um Cristiano Ronaldo zum alles entscheidenden Tanz um den Einzug in die runde der letzten acht.

Während Toni Kroos und Luka Modric zunächst auf der madrilenischen Bank Platz nehmen, fehlt Neymar bekanntlich verletzungsbedingt auf Seiten der Pariser. Somit ließ Zinédine Zidane folgende Elf von Beginn an ran: Navas, Carvajal, Ramos, Varane, Marcelo, Kovacic, Casemiro, Asensio, Vázquez, Benzema und Ronaldo.

Die Mannen aus der spanischen Hauptstadt zeigten sich in den ersten Minuten sichtlich unbeeindruckt vom durchaus imposanten Empfang, den man ihnen im Prinzenpark bereitet hatte – weder die bengalischen Feuer, noch die äußerst gelungene Choreographie konnten den Blancos in der Anfangsphase nervlich zusetzen.

Beide Mannschaften agierten anfangs verhalten, scheuten das große Risiko. So spielte sich das Geschehen in den ersten Minuten meist wenig spektakulär zwischen den Strafräumen ab; immer wieder schlichen sich auf beiden Seiten einfache, vermeidbare Anspielfehler ein. Das erste Ausrufezeichen der Partie setzte Real Madrid folgerichtig nach einer Standardsituation. Nach einer kurz ausgeführten Ecke in der 18. Spielminute gab Marco Asensio das Leder flach in den Strafraum, wo Sergio Ramos das Zuspiel beinahe zu verwerten wusste. Der Kapitän der Königlichen scheiterte mit seinem zentralen Abschluss jedoch am Pariser Schlussmann, der den ersten Aufreger der Partie kurz vor der Torlinie vereiteln konnte.

Gut 20 weitere Minuten mussten die mitgereisten Anhänger Reals auf eine weitere Torchance ihrer Mannschaft warten, bis Karim Benzema, nach einem langen Zuspiel von Marcelo, im Eins gegen Eins an Areola scheiterte. (38.)

Wenige Zeit später kamen die Gastgeber gleich zwei Mal zu Möglichkeiten, als sie durch schnelle Gegenstöße über die Abwehrseite Marcelos vor das Tor der Madrilenen gelangen. Kylian Mbappé scheiterte in der 43. Minute an Keylor Navas, zwei Minuten zuvor hatte Felix Brych eine Abseitsstellung von Edinson Cavani geahndet.

Eben jener bat Paris Saint-Germain und Real Madrid wenig später per Pausenpfiff in die Kabine und beendete somit eine doch sehr durchschnittliche erste Halbzeit. Weder Real Madrid noch die Gastgeber wussten mit ihrer Performance zu überzeugen, vielmehr überraschten die beiden Fußball-Schwergewichte mit ungewöhnlich vielen „Flüchtigkeitsfehlern“ und wenigen spielerischen Höhepunkten.

Der Beginn des zweiten Durchgangs gestaltete sich hingegen deutlich ansehnlicher. Kaum waren fünf Minuten von der Uhr, köpfte Cristiano Ronaldo nach einer Flanke von Marcelo nur wenige Zentimeter am Gestänge der Pariser vorbei. In der 52. Minute versenkte der eben noch glücklos lamentierende Portugiese den Ball gekonnt in den Maschen der Franzosen. Asensio hatte einen Fehler Dani Alves‘ zu nutzen gewusst, als er den Ball, technisch anspruchsvoll, zu seinem Nationalmannschaftskollegen Lucas Vázquez  durchsteckte. Dessen nahezu perfekte Flanke fand im Anschluss den Kopf des torgefährlichen Weltfußballers, der problemlos zum 0:1 einnickte.

Kurz darauf initiierte Unai Emery die „totale Offensive“ mit der Einwechslung Javier Pastores. Dieser mäßige Schwung wurde prompt durch einen Platzverweis in der 66. Spielminute ausgebremst. Der bereits mit Gelb verwarnte Marco Verratti beschwerte sich in den Augen des Schiedsrichters zu lautstark und unangemessen über dessen Entscheidungen, sodass Brych den Italiener letztendlich des Feldes verwies.

Keine fünf Minuten später gelang PSG relativ unvorhergesehen der Ausgleich. Nach einer unkontrollierten Abnahme durch den eben eingewechselten Pastore, prallte das Spielgerät an mehreren Akteuren ab, bis schlussendlich Edinson Cavani mit dem letzten, entscheidenden Kontakt den Treffer erzielte. (70.)

Beinahe 10 Minuten später landete eine abgewehrte Hereingabe vor den Füßen Casemiros, der mit einem abgefälschten Flachschuss umgehend (80.) auf den Rückschlag des vorangegangenen Ausgleichstreffers antworten konnte.

Infolgedessen stellten die Mannen Emerys sämtliche Offensiv-Bemühungen ein, sodass Real den Sieg fortan nur noch über die Schlussphase hinweg verwalten musste – bis Dr. Brych den 1:2-Sieg der Blancos nach Ablauf der zu spielenden 94 Minuten amtlich machte.

Somit steht Real Madrid nach einem weitgehend ungefährdeten Sieg über ein schwaches Paris Saint-Germain im Viertelfinale der UEFA Champions League. (AGG: 5:2)